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2008
Der Feldlilienpfad braucht politische Unterstützung
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Die Finanzierung des Fortbestehens der
"Lämmersalat-Pflanzengesellschaft" und damit des einzigartigen
Ökosystems im Bereich des Feldlilienpfades wird vom Umweltausschuss
des niedersächsischen Landtages in Frage gestellt.
Es ist immer sinnvoll, Politikern Rückendeckung aus der Bevölkerung
für positive Entscheidungen zu geben. Deshalb habe ich Briefe an die
Vorsitzenden des Umweltausschusses formuliert.
Auch Ihr Brief würde zählen. Wenn Ihnen die "Lilien auf dem Felde" ein
paar Minuten Wert sind, schreiben Sie etwas Ähnliches. Die Adressen
finden Sie unter
www.landtag-niedersachsen.de/organisation/umwe.asp .
Ich wende mich an Sie in
Ihrer Funktion als Mitglied und Vorsitzende im Umweltausschuss
und möchte Ihnen meine Sorge um ein Projekt im
Vertragsnaturschutz mitteilen, um den Feldlilienpfad in Govelin
im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Hier wurde bisher mit großem
Erfolg ein Projekt teilfinanziert, das meines Erachtens nicht
aufgegeben werden sollte.
Im Rahmen meiner Recherchen für meine Website www.imwendland.de
bin ich vor zwei Jahren auf den Feldlilienpfad aufmerksam
geworden. Zunächst dachte ich, es handele sich um ein Kleinod in
der Landschaft mit ein paar ansonsten verschollenen wilden
Lilien. Was ja für sich genommen schon schützenswert wäre.
Aber dort geht es um ungeheuer viel mehr. Eine ganze Landschaft
von einigen Quadratkilometern Größe ist zu einem Refugium für
eine große Anzahl Arten aus der mitteleuropäischen Wildflora,
aus der Kleintier- und Insektenwelt und aus der Vogelwelt
geworden. Dies ist von großem Wert für die Gesamtgesellschaft
und sollte deshalb auch von der Politik als solcher betrachtet
werden. Es wird kaum gelingen, in Niedersachsen ein weiteres
Beispiel dieser Größenordnung und dieser Artengesellschaft in
einem ökologischen Gesamtgefüge zu finden. Es handelt sich hier
um ein einzigartiges und überregional bedeutsames Projekt. Die
internationale Bedeutung wird dadurch unterstrichen, dass für
das IV. Internationale Ortonlan-Symposium im Juni als Tagungsort
Hitzacker gewählt wurde.
Bei diesem hervorragend gelungenen Projekt haben sich die
bisherigen Ausgaben gelohnt.
Das gilt aber nur, wenn es fortgesetzt wird. Gelder hier wieder
abzuziehen, um anderswo einen neuen Anfang, vielleicht wieder
nur vorübergehend, zu finanzieren, würde eine Verschwendung der
bisherigen Gelder bedeuten, da das Erreichte in kurzer Zeit
wieder verloren gehen würde.
Dagegen könnte dieses Gebiet für die niedersächsische
Umweltpolitik eine Vorzeigefunktion erhalten, da es sich um ein
Ökosystem handelt, das aufgrund seiner Vegetationsgesellschaft
in der gesamten mitteleuropäischen Tiefebene einzigartig ist.
Das alles sollte nicht von der Opferbereitschaft eines privaten
Landwirts abhängig sein. Andererseits steht und fällt der Erhalt
dieses speziellen Ökogefüges mit der Möglichkeit und
Bereitschaft dieses einen Landwirtes, in der notwendigerweise
nicht ökonomischen Art zu wirtschaften. Diese Leistung ist von
hohem gesellschaftlichen Wert und eine Honorierung aus
gesellschaftlichen Mitteln ist deshalb nicht nur politisch
gerechtfertigt, sondern direkt ein Gebot für
verantwortungsbewusste Politiker besonders innerhalb des
Umweltausschusses und natürlich im Umweltministerium.
Die artenschutzorientierte Bewirtschaftung liefert ein Produkt,
das durch die Gesellschaft wertgeschätzt wird und honoriert
werden muss, da dieses Produkt nicht auf dem freien Markt
verkauft werden kann.
Die Leistung des Produzenten hat eine Größenordnung, die man bei
aller Erwartung von Freiwilligkeit, Idealismus und
Gemeinschaftssinn nicht einem einzelnen landwirtschaftlichen
Unternehmer kostenfrei abfordern kann. Dabei ist die Wirkung
seiner Arbeit nicht auf die von ihm bewirtschaftete Fläche
beschränkt. Die Populationen von Kleintier- und Vogelwelt
profitieren in der durch Gehölzgruppen und Feldhecken noch
kleinräumig strukturierten Landschaft von der Florenvielfalt der
so bewirtschafteten Flächen. Somit ist das Produkt sehr viel
umfangreicher, als die zu honorierende Leistung.
Im Gegenteil zu manchem, der Umwelt dienenden Projekt in
Niedersachsen gibt es hier keine Interessenkonflikte. Wo kann
Niedersachen leichter ein derart national und international
vorzeigbares Projekt fördern, ohne sich bei konkurrierenden
Interessengruppen unbeliebt zu machen?
Dagegen wäre die angekündigte schrittweise Aufgabe dieses
Projektes (nichts anderes ist ja die Kürzung um 60%) ein allzu
offensichtlicher Rückschritt in der Politik des
Umweltministeriums, der bei der schon erfolgten Ansammlung von
Minuspunkten in den Medien allen Umwelt-Image-Bemühungen der
Landesregierung zuwider laufen würde.
Ich denke, dass Umweltministerien eingerichtet wurden, weil die
Gesellschaft Wert legt auf den Erhalt der Reste von naturnaher
Umwelt. Mag auch der Bewusstseinswandel der letzten dreißig
Jahre noch sehr labil sein und mag noch vielfach Unverständnis
beobachtet werden können, so ist doch allein die Einrichtung von
Umweltgremien und Umweltämtern Ausdruck des gesellschaftlichen
Wertewandels. Entsprechend liegt Ihre Verantwortung in einem
solchen Gremium in der machtvollen Vertretung dieser Werte. Die
gegenläufigen Kräfte sind sicherlich nicht zu unterschätzen. Um
so mehr wird von Ihnen erwartet, für den Schutz der Reste an
Umwelt einzutreten.
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Govelin und der Feldlilienpfad |
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